Was ist Kinderyoga?

Yoga ist die älteste Form von Gymnastik. Während Gymnastik allerdings nur auf den Aufbau von Muskeln und die Erhaltung der Beweglichkeit abzielt, beschäftigt sich Yoga mit noch mehr Aspekten. Speziell Kinderyoga ist für Kinder gemacht und in keiner Weise mit Erwachsenenyoga zu vergleichen. Kinder erleben ihren Körper durch Asanas (= Körperübungen) und Pranayama (= Atemübungen). In Shavasana (Entspannung oder stille Zeit) kommen sie zur Ruhe und bei der Meditation nehmen sie ihren Geist (= ihre Gedanken) und ihre Seele (= ihre Gefühle) wahr. Meditation können Yogalieder oder eine bestimmte Handlung in Stille sein, z. B. durch Konzentration auf einen Gegenstand (= Tratakam).  Im Grossen und Ganzen stärkt Yoga Kinder in ihrem Sein. Eine Kinderyogastunde bringt jede Menge Spass und unterstützt sie ganz nebenbei in ihrer aktuellen Entwicklungsphase. Eine Begrüßungsrunde holt jedes Kind ab und gibt ihm die Möglichkeit die Stunde nach seinen Bedürfnissen zu beeinflussen.


Zielgruppen

3 - 6 Jahre: Die Yoga Zwerge (Kindergarten) tauchen in Phantasiegeschichten ab, verwandeln sich in Tiere und erleben grosse Abenteuer. Spielerisch lernen sie Gefühle kennen und auszudrücken und üben sich z. B. in ihrem Gleichgewicht.


6 - 10 Jahre: Die Yoga Kiddies (Vorschule + Grundschule) erfreuen sich weiterhin an Spielen und Phantasiereisen, zeigen jedoch schon eine größere Ausdauer, einen ausgeprägteren Willen und beginnen sich für Hintergründe und Wirkung zu interessieren. Weiterhin spielerisch lernen sie z. B. auf ihre Körperhaltung zu achten, die unter dem vielen Sitzen leidet oder durch bewusste Atmung ihre Konzentration zu stärken.


10 - 13 Jahre: Die Yoga Kids (5. Klasse +) erfreuen sich schon eher an Themen, die ihnen Sinn und Wirkung von Yoga verdeutlichen und sie in ihrem Alltag unterstützen. Der Fokus rutscht immer mehr auf den Ausgleich zum stressigen Schulalltag und gibt ihnen Werkzeuge an die Hand loszulassen und zur Ruhe zu kommen.


14 - 17 Jahre: Ab den Yoga Teens nähern wir uns dem Erwachsenenyoga, dürfen allerdings noch nicht alles aus dem Erwachsenenyoga machen. Hier geht es um Themen, wie Teenager ihren sich verändernden Körper besser annehmen können, ihre auf dem Kopf stehenden Gefühle zulassen und ihrer verqueren Gedankenwelt trauen und sie ordnen können. Nicht mehr Kind, doch noch nicht erwachsen zu sein ist gar nicht so einfach.


Stimmen ...

… einer Flötenlehrerin „Ich habe in Bezug auf das Atmen den Kinderyoga Kursbeginn absolut gespürt.“

… einer Mutter „Wahnsinn, dass mein Kind bei der Entspannung sogar eingeschlafen ist. Sonst kommt sie nie zur Ruhe.“

… einer Erzieherin „Die Kinder, die aus dem Yoga zurück in die Gruppe kommen bringen eine richtig positive Stimmung mit in die Gruppe.“

… einer Mutter „Wir werden jetzt schneller und mit weniger Stress mit den Hausaufgaben fertig. Hätte nicht gedacht, dass man das

                      Kinderyoga so schnell spürt.“


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Grundsätzliches:

- Eine Einheit dauert 55 Minuten.

- Kleine Gruppen, bestehend aus maximal 11 Kindern.

- Kurslaufzeit sind feste Blöcke und setzen keine Vorkenntnisse voraus. Nach Ablauf jeden Blocks startet sofort der Nächste,

  wodurch der Kurs quasi fortlaufend stattfinden kann - gilt jedoch nicht als fortlaufender Kurs.

- Fehltage können im Kinderyoga i. d. R. leider nicht nachgeholt werden. Ausnahmen im Einzelfall nach Absprache möglich.

  Gerne erläutere ich dir im persönlichen Gespräch meine Gründe dafür.

- Quereinstieg nach Absprache möglich.

- In den Ferien findet kein Kinderyoga statt.

- Ausfallzeiten der Lehrkraft werden hinten angehängt.

- Bitte gebt Bescheid, wenn ihr nicht kommen könnt, damit wir nicht umsonst warten.

- Für ausgebuchte Kurse gibt es eine Warteliste - sobald wieder ein Platz frei wird, werdet ihr dadurch umgehend informiert.

- Kinderyoga findet ohne Begleitperson statt. Ausnahme ist die erste und somit Schnupperstunde. Hier sind die Eltern, nach Rücksprache mit

  dem Kind, dazu eingeladen dabei zu sein, um sich ein Bild von Kinderyoga zu verschaffen. Aber Achtung: ALLE anwesenden machen mit :-)

  Bei den Kleinsten besteht für die Eltern die Möglichkeit vor dem Kursraum zu warten.


Bitte mitbringen:

Bequeme Kleidung (1. Keine Strumpfhose - wir sind barfuss 2. Elastische Hose - Kinder haben keine Freude, wenn z. B. beim Vorbeugen die Hose am Bauch zwickt), WASSERflasche (Bitte keine süssen Getränke!), Kuscheltier (falls gewünscht), kleines Kissen und Kuscheldecke (falls vorhanden).


Bitte zu Hause lassen:

Leistungsdenken und Kinder die keine Lust auf Yoga haben. Schliesslich sollen sie lernen, dass ihnen Yoga gut tut und ihnen helfen kann!
















Warum brauchen Kinder Yoga?

Eigentlich haben Kinder doch die wunderbare Fähigkeit im „Hier und Jetzt“ zu sein. Sie können in ihrem Spiel versinken und die Aussenwelt vollkommen ausblenden; sie können sich daran verlieren zu beobachten, wie eine Ameise einen Krümel über den Weg trägt; sie lassen die Zeit auf dem Bolzplatz einfach vorüberziehen und sind in der Lage Zeit und Raum zu vergessen. Diese Fähigkeiten haben sie, jedoch macht es der Wandel der Zeit unseren Kindern immer schwerer diese eigene Kraftquelle der Unbeschwertheit zu nutzen. Und sei es „nur“ der volle Terminplan einer berufstätigen Frau, Mama, Nanny und Haushälterin in einem. „Jetzt komm doch endlich! Schick dich!“. Unsere Kinder wachsen in einer sehr schnelllebigen, digitalen Zeit auf. Aufgrund der heutigen Möglichkeiten lernen sie viele Dinge viel früher als es in unserer Kindheit üblich war. Alles ist irgendwie schneller, höher, weiter. Das ist anstrengend! Mit unserem heutigen Lebensstil muss man erstmal lernen umzugehen. Es ist wichtiger denn je zu lernen, wie man die eigenen Bedürfnisse wahrnimmt und danach handelt. Auch oder besonders als Kind!!!      


Und außerdem, mal ganz kritisch betrachtet …

Immer mehr Kinder müssen nach ihrer Arbeit, dem Kindergarten und der Schule, noch weiter in die Betreuung. Klar werden sie dort altersgerecht versorgt, haben Freunde um sich und ihre Hausaufgaben müssten sie Daheim auch machen. Doch sind sie weiter einer Vielzahl an Reizen ausgesetzt und sind einfach nicht zu Hause. Sie müssen in gewisser Weise weiter funktionieren. Hinzu kommt die immer intensiver werdende Nutzung der Medien im alltäglichen Leben. Das macht das Leben sehr schnelllebig und unpersönlich. Andererseits hindern diese unsere Kinder, je nach Anwendungsform, auch daran sich in der Natur zu bewegen und ihre sozialen Kontakte zu pflegen. Als letztes kommt dann noch das grosse Angebot an Freizeitaktivitäten hinzu. Kinder werden zu einer Reihe an Angeboten angemeldet und wollen das in der Regel auch - dort treffen sie schließlich ihre Freunde. Sie sollen hier FREIzeit erleben. Aber wieder müssen sie funktionieren, denn das Fußballtraining beginnt nicht dann, wenn es ihnen passt und ihnen danach ist, sie haben kaum Zeit mit ihren Freunden tiefer gehend zu Ratschen und es bleibt kein Raum für die eigene Kreativität. All das verhindert, dass sich ein Kind mit sich selbst und seinen Gefühlen auseinandersetzen muss. Dass es eine Gelegenheit hat sich zu spüren in einem Moment der Langeweile.


Es sind Bedingungen im Aufwachsen unserer Kinder, die teils sein müssen, teils kommen sie ein wenig aus einer Art Gruppenzwang, wenn man seine Freunde beim gemeinsamen Hobby sehen möchte, aber keine gemeinsamen freien Tage übrig sind. Und an anderen Dingen kommt man in der heutigen Zeit einfach nicht vorbei, denn sie haben auch ihre Vorteile. Und ganz klar, könnte man zu Allem auch positive Argumente aufzählen! Wo kann man besser Teamfähigkeit entwickeln als in einem Verein oder bei Teamsport?! Aber trotz allem, wie soll sich ein Kind unter solchen Bedingungen noch selbst entdecken? Wo haben sie noch Raum für ihre Phantasie? Wo ist die Zeit, um eigene Gefühle und Bedürfnisse wahrzunehmen, sie zu begreifen und danach zu handeln? Wo ist der Raum für Langeweile, der es als Einzigster zulässt eigene Ruhe-Inseln zu finden oder zu schaffen? Und wo ist der Raum die Welt zu entdecken?


Ja, Kinderyoga ist noch ein Termin. Aber … im Kinderyoga haben unsere Kinder Zeit für sich! Es bietet viel Raum für die jeweilige Tagesform, für eigene Ideen, eigene Bedürfnisse und gibt damit deinem Kind das Vertrauen etwas bewirken zu können, wahrgenommen zu werden und an sich selbst glauben zu dürfen. Es darf in andere Rollen schlüpfen. Zurückhaltende Kinder können sich als Löwe mal so richtig zeigen und laut sein. Unruhige Kinder machen die Erfahrung sich selbst zu spüren. Dabei gibt es kein besser, sondern nur „ein jeder gibt was er kann“. Draussen in einem echten Wald sieht auch nicht jeder Baum gleich aus! Daraus entsteht ein besonderes Zusammengehörigkeitsgefühl. Dein Kind lernt trotz seiner Eigenheiten und Tagesform in Ordnung zu sein, dazuzugehören und kann es sich erlauben einfach mal abzuschalten. Ich bin glücklich, ich bin gut!

                                                                                                                                                                 - Denise Dalpreet Kaur Stehr, September 2019 -

Yoga für Kinder und Jugendliche (3-17 Jahre)

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